Skalieren heißt: mehr Budget in das stecken, was schon funktioniert. Das klappt nur, wenn du vorher sauber getestet hast. Die folgenden Richtwerte stammen aus der Praxis eines Kurses und sind Orientierungswerte, keine Garantien. Dein Produkt, dein Land und deine Branche können völlig anders liegen.
Budget: Orientierungswerte
| Thema | Orientierungswert aus der Praxis, nicht garantiert | Was du daraus machst |
|---|---|---|
| Mindestbudget | Etwa 20 US-Dollar pro Tag je Anzeigengruppe (Betrag und Währung können abweichen). | Prüfe das Minimum in deinem Konto. |
| Kosten pro 1000 Einblendungen | Häufig grob 3 bis 10 US-Dollar, mit großen Ausreißern nach unten und oben. | Sehr hohe Werte deuten oft auf ein schwaches Creative oder eine umkämpfte Branche hin. |
| Kosten pro Klick | Grob 0,17 bis 1 US-Dollar. | Vergleiche deine Werte mit diesem Rahmen, ohne ihn als Ziel zu sehen. |
| Budget zum Start | Etwa das Doppelte deiner erwarteten Kosten pro Kauf. Bei Unkenntnis etwa 50 US-Dollar pro Tag. | Wenn du das nicht hast, starte kleiner und plane eine längere Lernphase ein. |
| Empfehlung der Plattform | TikTok nennt für Käufe das Zehnfache der Kosten pro Kauf pro Tag. | Das ist ein Maximum-Richtwert, der für Einsteiger oft zu hoch ist. |
Die Lernphase
- Jede neue Kampagne startet in einer Lernphase. In ihr sucht das System passende Menschen, die Ergebnisse schwanken.
- Als Orientierung endet die starke Schwankung etwa nach 25 Ergebnissen oder nach sieben Tagen (Orientierungswert aus der Praxis, nicht garantiert). Ziel ist, die 25 Ergebnisse innerhalb von sieben Tagen zu erreichen.
- Mit sehr kleinem Budget dauert die Lernphase länger. Das ist normal, plane es ein.
- Pausiere oder ändere nichts und dupliziere nichts in den ersten Stunden. Urteile nach der Lernphase, nicht davor.
Aufbau beim Testen
- Bei kleinem Budget: eine Prospecting-Kampagne, eine Anzeigengruppe mit breitem Targeting und etwa drei verschiedene Creatives. TikTok verteilt die Ausspielung dann selbst. Hat ein Creative gewonnen, nimmst du es in eine neue Kampagne zum Skalieren.
- Bei etwas mehr Budget: zwei Anzeigengruppen mit denselben Anzeigen, eine breit, eine mit Interessen. So siehst du, welche Zielgruppe besser läuft. Jede Gruppe braucht ihr eigenes Mindestbudget.
- Lass die Kampagnenbudget-Optimierung während des Testens aus. Dann bekommt jede Gruppe ein eigenes Budget, und du erkennst, welche Zielgruppe wirklich besser ist. Wenn du später skalierst, kann sie helfen, weil das System Geld zu dem verschiebt, was schon bewiesen hat, dass es funktioniert.
- Lass Kaufkraft, Haushaltseinkommen und Gerätewahl auf „alle“. Engere Einstellungen begrenzen die Reichweite stark und brachten in der Praxis des Kurses meist nichts Besseres.
- Lass das Ziel-CPA zu Beginn leer. Setze es erst, wenn du viele Daten hast.
Wann und wie du skalierst
- Skaliere erst, wenn ein Creative nach der Lernphase klar besser liegt als die anderen. Dann gehört es in eine eigene Kampagne.
- Erhöhe nicht sprunghaft. Ziehe das Budget schrittweise nach oben und beobachte, ob die Kosten stabil bleiben.
- Gewinner-Beiträge bewirbst du als Spark Ads. Wenn du viele Videos testest, kannst du nur die stärkste Gruppe (zum Beispiel die besten zehn bis dreißig Prozent) bewerben (Orientierungswert).
- Baue Retargeting auf: Zielgruppen aus Website-Besuchern der letzten 30 Tage, ohne Käufer, damit du kein Geld an bestehende Kunden ausgibst. Später kommen Warenkorb-Abbrecher, Besucher der letzten sieben Tage und Menschen hinzu, die mit deinen Videos interagiert haben.
- Als Aufbau-Idee gilt: bei kleinem Gesamtbudget eine Prospecting-Kampagne mit zwei Zielgruppen und eine einfache Retargeting-Gruppe. Mit wachsendem Budget kommen weitere Gruppen dazu. Erst bei großem Budget lohnt sich die ganze Palette. Konkrete Schwellen nannte der Kurs nur grob.
- Ähnliche Zielgruppen (Lookalikes) baust du am besten aus Käufern. Die Größe „ausgewogen“ ist ein guter Start. Zielgruppen brauchen etwa einen Tag, bis sie bereit sind.
- Bei TikTok-Shop-Kampagnen (nur in bestimmten Ländern verfügbar) gilt: pro Produkt nur eine Kampagne, starte mit den Bestsellern, setze das Ziel-ROAS nicht zu hoch, sonst läuft die Anzeige kaum, und begrenze Aktionstage, sonst kann das Tagesbudget stark anwachsen. Mit einem Creative-Boost gibst du einem starken Video zusätzliches Tagesbudget.
Ergebnisse lesen
- Prüfe zuerst, ob dein Tracking stimmt: Kommen Kauf-Ereignisse im Events Manager an? Ohne korrekte Daten ist jede Zahl wertlos.
- Schau auf die Kosten pro Ergebnis (zum Beispiel pro Kauf) und vergleiche die Gruppen und Creatives untereinander bei gleichem Budget und Zeitraum.
- Prüfe die Platzierungen. In der Praxis des Kurses lief TikTok selbst am besten. Du kannst die anderen später abschalten, wenn die Daten es zeigen.
- Bei Suchkampagnen liest du den Bericht zu den Suchbegriffen. Er zeigt, wofür deine Anzeige erscheint. Füge unpassende Begriffe als ausgeschlossene Wörter hinzu.
- Beobachte die Kontogesundheit und Benachrichtigungen, damit Probleme nicht still dein Budget verbrennen.
- Notiere, was du geändert hast und wann. So erkennst du Ursache und Wirkung.
Was du vermeidest
- Zu früh bewerten: Die Schwankungen der Lernphase sind kein Urteil.
- Zu viele Änderungen gleichzeitig. Ändere pro Test eine Sache.
- Zu enges Targeting und zu viele Gruppen für ein kleines Budget, dann bekommt keine genug Daten.
- Skalieren ohne Gewinner. Mehr Budget für ein schwaches Creative bringt nicht mehr Käufe.
- Schon gekaufte Besucher im Retargeting nicht auszuschließen.
- Einstellungen mit automatischer Budgeterhöhung ungeprüft zu lassen.
- Dauerndes Herumschrauben: Lass laufende Kampagnen laufen und pausiere sie, wenn sie über längere Zeit nicht tragen.
Hinweis: Richtwerte, Mindestbudgets, Lernphasen-Regeln, Oberflächen und Verfügbarkeiten ändern sich und unterscheiden sich je nach Land und Branche. Prüfe sie in der aktuellen TikTok-Hilfe gegen. Alle Zahlen sind Orientierungswerte aus der Praxis, nicht garantiert. Dieser Artikel verspricht keine Ergebnisse.